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Neuere Artikel                                                   21.04.2011                                                   Ältere Artikel


Flüchtlingshaus hat zugesperrt
© ORF

Nachdem das Innenministerium neue Betreiber für zwei Flüchtlingshäuser gesucht hat, sieht die Bilanz laut "Standard" gemischt aus: In Mödling gelang die Übernahme, in Wien steht das Haus nun leer. Die Stadt kritisiert das Vorgehen.

Zukunft des Hauses ungewiss

Laut Integrationsfonds, der das Haus als Flüchtlingsunterkunft nutzte, war es nicht möglich, einen neuen Träger für die Einrichtung zu finden, berichtete "Der Standard". Damit stehe das als Flüchtlingshaus genutzte ehemalige Finanzamt in der Nußdorfer Straße bereits seit Wochen leer.

Für das Liese-Prokop-Haus in Mödling ist seit kurzem der Verein Menschenrechte verantwortlich. In Wien übergab der Integrationsfonds das Haus dem Innenministerium. Was weiterhin damit passieren soll, ist laut Ministeriumssprecher Rudolf Gollia noch ungewiss.

"Das ist ungeheuerlich", wird Peter Hacker, Chef der städtischen Einrichtung Fonds Soziales Wien, die für die Obdachlosenhilfe zuständig ist, in der Zeitung zitiert. "Das Innenministerium hat uns versprochen, man werde für beide Häuser eine Lösung finden."

Platz für 120 Asylberechtigte

Das Integrationswohnhaus Nußdorfer Straße wurde im Jänner 2004 eröffnet. In 38 Wohneinheiten bot es Platz für 120 Asylberechtigte.

"Die unterschiedliche Größe der Wohnräumlichkeiten und ihre Gestaltung sind auf die Bedürfnisse von Familien wie von Einzelpersonen abgestimmt", ist noch immer auf der Homepage des Integrationsfonds zu lesen.

Verein: "Keinen Hinweis darauf bekommen"

Das Haus in Mödling übernahm der "Verein Menschenrechte Österreich", der von Innenministerium, europäischem Integrationsfonds, Justizministerium und einigen Bundelsändern finanziert wird. "In Wien hat man sich da offenbar weniger bemüht, wir haben jedenfalls seit Wochen nichts mehr von den Verantwortlichen gehört", sagte Hacker.
Beim Verein mit Hauptsitz in Wien-Alsergrund wusste man offenbar nichts davon, dass das Flüchtlingshaus in der Nußdorfer Straße zu vergeben war.

"Wir haben uns nur für das Haus in Mödling beworben und keinen Hinweis darauf bekommen, dass auch in Wien daran gedacht wurde, das Haus zu übertragen", bestätigte Geschäftsführer Günter Ecker gegenüber wien.ORF.at.

Stadt wollte Häuser nicht übernehmen

Der Integrationsfonds habe schon vor einem Jahr angekündigt, dass es eine Änderung bei der Ausrichtung gebe und alle Flüchtlinge wo anders untergebracht, sagte Ursula Schallaböck vom Integrationsfonds.

"Es war sicher angenehm, dass wir dieses Haus hatten. Es ist sicher auch nicht leicht, diese Wohnsituation zu lösen. Aber gleichzeitig sehen wir das nicht in der Verantwortung des Bundes", so Schallaböck gegenüber Radio Wien.

Die Stadt selbst wollte die Flüchtlingshäuser nicht übernehmen, hieß es Ende Jänner. Die Flüchtlings- und Integrationskompetenz liege eindeutig beim Bund. "Es ist nicht einzusehen, dass sich der Bund aus der Unterbringung von Flüchtlingen zurückzieht und das auf die Länder abwälzen will", sagte Hacker damals.

© ORF
21. April 2011

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